"Battle of Britain"
Haye verteidigt WBA-Gürtel gegen Harrison am 13. November
Abraham vs. Froch
Super-Six-Showdown in Monaco - "Es geht um alles"
Herzlichen Glückwunsch!

Ulli Wegner, Marco Huck und Wilfried Sauerland (Photo Wende)
Wilfried Sauerland wird 70 Jahre alt
Bei einem Menschen, der am 29. Februar seinen Geburtstag feiert, kann man eigentlich nur alle vier Jahre gratulieren. Doch was ist, wenn ein runder Geburtstag nicht in einem Schaltjahr stattfindet? Einer, der es wissen muss, ist Wilfried Sauerland. Der erfolgreiche Geschäftsmann wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Und seiner Freude tut das Rätselraten über den richtigen Gratulationstermin auch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Der 1940 in Wuppertal geborene Sauerland macht sogar eine Tugend daraus und feiert mit seiner Frau Jochi einfach zweimal - am 28. Februar und am 1. März. "Gratuliert wird von den meisten Menschen am 1. März", erzählt Wilfried Sauerland, dessen unglaubliche Erfolgsgeschichte als Box-Manager vor über 30 Jahren begann.
Schon als kleiner Junge, seit ihn sein Vater mit zu den Kämpfen von Heinz Neuhaus in die Westfalenhalle nach Dortmund genommen hatte, interessierte er sich für den Faustkampf. Doch dann passierte das Unglaubliche: Wilfried Sauerland, der sich eigentlich in Afrika mit dem Verkauf von Getränkeabfüllanlagen beschäftigte, wurde von dem damaligen Außenminister Sambias gebeten, sich mit seinen internationalen Beziehungen um den Boxer Lottie Mwale kümmern. Und so kam es, dass er am 30. September 1978 in Lusaka, der Hauptstadt des Landes, erstmals als Boxveranstalter in Erscheinung trat und einen Kampfabend mit Lottie Mwale organisierte.
Jetzt war Sauerland, der während dieser Zeit in London lebte und Firmenbüros in Johannesburg, Lusaka, Harare, Nairobi, Lagos und Cotonou unterhielt, auf einmal mittendrin im Boxgeschäft. Schon zwei Jahre später folgte die Deutschlandpremiere mit einer Veranstaltung im Kölner Sartorysaal. Vor 600 Zuschauern knockte sein Kämpfer Chisanda Mutti den deutschen Halbschwergewichtler Uwe Meinicke in der dritten Runde aus. Doch mit den starken Kämpfern aus Afrika, zu denen auch Lottie Mwale und wenig später John Mugabi (wurde 1989 WBC-Weltmeister im Halb-Mittelgewicht) aus Uganda gehörten, ließen sich in Deutschland keine großen Hallen füllen.
Lokalmatadoren mussten her. Und mit dem späteren Leichtgewichts-Europameister und WAA-Super-Federgewichts-Titelträger René Weller und dem Korbacher Manfred Jassmann fand Wilfried Sauerland endlich zwei deutsche Boxer, die das Interesse des Publikums hierzulande weckten. Ralf und Graciano Rocchigiani (brachte es unter Sauerland-Regie 1988 erstmals zum IBF-Titel im Super-Mittelgewicht) sollten wenig später folgen. Doch das war nur die Vorstufe zum ganz großen Box-Boom, der in den 90-er Jahren mit der Ära von Halbschwergewichtler Henry Maske folgte.
Es war sozusagen der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Profiboxen. Die Kämpfe von "Gentleman" Henry Maske (von März 1993 bis November 1996 IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht) und Schwergewichtler Axel Schulz bescherten dem damaligen TV-Partner RTL Rekordeinschaltquoten, so dass die eigentliche Erfolgsstory des Geschäftsmanns im Boxsport erst so richtig begann. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Sauerland das Engagement im Faustkampf nur Geld gekostet. Jetzt war es an der Zeit, als Manager mit vollen Hallen und zuverlässigen Partnern die Verluste aus den Vorjahren auszugleichen.
Boxen wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands zum Medienereignis, das hat sich auch nach dem Abschied von Maske und Schulz aus dem aktiven Boxsport nicht geändert. Später war es vor allem Sven Ottke, der die Massen in Deutschland mobilisierte und regelmäßig für volle Hallen sorgte. Insgesamt bestritt der Super-Mittelgewichtler 22 WM-Kämpfe, die er durchweg gewann, bevor er seine Karriere im März 2004 in der Magdeburger Bördelandhalle live in der ARD beendete. "Das Phantom" heimste während seiner Laufbahn gleich zwei WM-Gürtel ein: den der IBF und dazu später den der WBA.
Auch der deutsche Super-Mittelgewichtler Markus Beyer sollte als früherer WBC-Weltmeister nicht vergessen werden. Erfolge mit Arthur Abraham, der gleich zehnmal den IBF-Gürtel im Mittelgewicht verteidigte und inzwischen im Limit bis 76,203 Kilogramm zusammen mit dem früheren Super-Mittelgewichts-Titelträger Mikkel Kessler (Dänemark) beim Super Six World Boxing Classic nach den Sternen greift, folgten. Den 2,13 Meter großen Nikolai Valuev, der den WBA-Titel im November letzten Jahres in Nürnberg gegen den Briten David Haye verlor, machte er zwischenzeitlich zum größten und schwersten Weltmeister aller Zeiten.
Mittlerweile wuchsen auch seine beiden Söhne, Kalle und Nisse Sauerland, immer mehr ins "Box-Geschehen" hinein. Kalle Sauerland war zum Beispiel der Ideengeber für das Super Six World Boxing Classic-Turnier, das gerade weltweit für riesige Begeisterung bei den Boxfans sorgt. Darüber hinaus sind es der IBF-Mittelgewichts-Weltmeister Sebastian Sylvester, WBO-Cruisergewichts-Champion Marco Huck und die WBC- und WBA-Weltergewichts-Titelträgerin Cecilia Braekhus, die derzeit das Publikum begeistern. "Käpt´n" Huck wird schon am 13. März wieder im Ring zu sehen sein. Live im Ersten wird der 25-Jährige in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen den Amerikaner Adam Richards antreten.
Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Namen der Protagonisten in den letzten Jahren immer wieder verändert haben. Denn längst haben einige Boxer, Trainer oder auch Funktionäre ihre "Box-Karrieren" aus verschiedensten Gründen beenden müssen. Ein Name, der ist jedoch geblieben: Wilfried Sauerland.
Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag!
- Links:
Weitere aktuelle Box-Nachrichten finden Sie hier!










