Zeigt her Eure Zähne
Zur Premiere von „Tanz der Vampire“ gab es ein Stelldichein der Prominenten auf dem roten Teppich
Stuttgart - Wer zuerst kommt, den belohnt das Leben: Travestiekünstlerin Frl. Wommy Wonder kennt diese goldene Premieren-Regel als häufiger Musical-Gast nur zu gut. Und deshalb stöckelte das Stuttgarter Fräuleinwunder punkt 18 Uhr als erste über den roten Teppich, der ins Foyer des Palladium-Theaters zum „Tanz der Vampire“ führte - der große Auftritt war ihr damit sicher: Die zahlreichen Fotografen, die hinter dem Absperrseil auf die internationale Medien-Prominenz wartete, n utzte die Gelegenheit für erste Schnappschüsse. „Die Vampire bitte hierher“, brüllten die Kameraleute ihre Anweisungen. „Bitte mal zubeißen!“ „Mehr Zähne zeigen!“ Ganze 15 Minuten posierte Wommy genüsslich, mal mit und mal ohne Blutsauger am Hals. Stoßweise durften wenig bis unbekannte Gäste durchs Bild eilen, charmant von den emsigen Produktionshelfern angekündigt: „Vorsicht Publikum“.
Eine ganze Weile geschah dann wenig, aber gegen 19 Uhr kam Hektik im kleinen Vorzelt auf, das Schutz vor dem Regen bot. Mr. Germany Dirk Schlemmer , Sängerin Anita Hofmann, Showmaster Frank Elstner, Boxer Sven Ottke, Innenminister Heribert Rech, Entertainer Roberto Blanco, die Nachwuchsmodels Ira Meindl und Gina-Lisa Lohfink, TV-Moderator Andreas Wendt, das Popstars-Duo „Some & Any“, Schauspieler Dietz Werner Steck, Manager Willi Weber und Sänger Marc Terenzi stellten sich in Pose - natürlich mit und ohne Blutsauger. Ganz plötzlich, mit dem Eintreffen einer besonders schönen Frau, kam gar Stimmung auf wie bei den Filmfestspielen in Cannes: Die Schauspielerin Oona Chaplin, Tochter von Geraldine Chaplin und Enkelin des großen Charlie Chaplin, brachte Glamour nach Möhringen. Sie sei völl ig vernarrt in Vampire, erzählte sie mit stra hlendem Lächeln im Blitzlichtgewitter den Reportern. Und sie freue sich sehr auf die Vorstellung - auch wenn sie den deutschen Text nicht verstehe. Äußerst wortkarg dagegen gab sich der einstige Dallas-Fiesling J. R. Ewing alias Larry Hagman. Mit lässiger Geste und breitem Grinsen unter der Krempe seines Cowboy-Hutes wies er einen weiblichen Vampir in die Schranken: „Bitte nur an der Hand saugen!“ Nicht alle geladenen Promis wählten den Auftritt auf dem roten Teppich, so mancher hatte sich lieber trockenen Fußes und unbemerkt in den Saal geschlichen. Vielleicht ein Glück für die anderen fast 1800 Zuschauer - wegen des Schaulaufens hatte sich der Vorstellungsbeginn um fast eine halbe Stunde verzögert. Aber das Warten hatte sich gelohnt: Die zweite Auflage von Roman Polanskis Musical, so der einhellige Tenor der Zuschauer, übertrifft gar die erste Stuttgarter Inszenierung: Sie ist rockiger, witziger, opulenter und moderner - sie hat richtig Biss.



